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Die Macht der Trunkenheit

Das Ritual der Drogen

Rausch und Realität - Drogen im Kulturvergleich





























INHALTSVERZEICHNIS
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1.5.2  Ausklang - Morphium und Heroin

"Man muß nur immer trunken sein
Darin liegt alles, das ist die einzige Frage
Um nicht die fürchterliche Bürde der Zeit zu spüren
Die eure Schultern zerbricht und euch zu Boden drückt
Müßt ihr euch berauschen ohn Unterlaß "

Charles Baudelaire,
Le Spleen de Paris  
eine Beschreibung des
modernen Lebens, 1869

2.1.1 Überblick

 Wie erwähnt, ist die Geschichte des Opiums hier etwas ausführlicher dargestellt worden, darum kann die mindestens ebenso interessante Geschichte des Alkohols nur punktuell behandelt werden (vgl. Einleitung). Es sollen deshalb hier nur Beschreibungen von Autoren vor 1800 vorgestellt werden, die Alkohol Krankheitssympto­me im engeren Sinne erwähnen, sowie nur wenige der herausragendsten Fälle von geschichtlichen Persönlichkeiten genannt werden, die für einen exzessiven oder täglichen Konsum von Alkohol bekannt oder berüchtigt waren.

Alkohol hat natürlich von beiden Substanzen die bedeutend größere Verbreitung, vor allem als Rauschmittel, und darum auch eine sehr vielfältige Geschichte. Der Gebrauch von Alkohol und die Bewertung von exzessivem Trinken haben im interkulturellen Vergleich, aber auch innerhalb einzelner Kulturen in verschiedenen Epochen, eine große Bandbreite. Im Deutschen sind allerdings zur Gesamt­geschichte des Alkohols erstaunlich wenige wissenschaftliche Arbeiten erschienen. Eine hervorragende chronologische Geschichte des Alkohols von der Antike bis 1800 ist in den USA 1985 von Gregory Austin herausgegeben worden.

Hier kann man nachlesen, daß es zahlreiche Warnungen vor der Droge Alkohol und ihrem exzessiven Gebrauch seit der frühesten Antike gab, vor allem von Staatslenkern, Priestern und Philosophen. Es gab auch häufig Versuche von staatlicher Seite, durch Verbote und andere Maßnahmen ein befürchtetes Überhandnehmen des Alkoholkonsums einzudämmen.

Bei aller Verschiedenheit zwischen den einzelnen Kulturen gibt es doch einen wichtigen gemeinsamen Nenner im Umgang mit Alkohol: „Eine grundlegende Erkenntnis aller ethnologischen Alkoholstudien lautet:“ (Schweizer 1982:143) „Wo Alkohol bekannt ist, werden Regeln für seinen Gebrauch und für Abstinenz vorgeschrieben, gewöhnlich in genauen Details. Es gibt sehr wenige Gesellschaften, wenn überhaupt, deren Mitglieder den Gebrauch von Alkohol kennen und ihm dennoch wenig Aufmerksamkeit schenken. Alkohol mag tabuisiert werden; er wird nicht ignoriert“ (SQ Mandelbaum 1965:281).

Wann immer diese festen Regeln im Umgang mit Alkohol durch gesellschaftliche Umbrüche aufweichen, scheint ein erhöhtes Problembewußtsein in Bezug auf Alkohol aufzutauchen, oft gepaart mit einem höheren Alkoholkonsum überhaupt.



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2.1.2 Antike